Entweder man liebt Bangkok oder man möchte diese Stadt so schnell wie möglich auf dem Weg zu Thailands Postkarten-Inseln hinter sich lassen. Vielen ist die Hauptstadt des Königreichs entweder zu dreckig, zu laut und zu stressig oder durch die Popularität ihrer berühmtesten Straße „Khaosan“ gar zum Ballermann Thailands verkommen. S und ich lieben diese pulsierende Metropole! Beide waren wir schon einmal hier und sind trotzdem immer wieder fasziniert von Bangkoks Atmosphäre, Menschen und Wandelbarkeit. Dieses Mal haben wir eine knappe Woche eingeplant.

Die krassen Kontraste faszinieren uns: kleine mobile Garküchen, verwinkelte Gassen und imposante Tempel des alten Bangkoks im Banglamphu Viertel, neben der modernen City mit den glitzernden Malls, Rooftop Bars und extravaganten Top-Restaurants in Sathon und dem Pathum Wan Distrikt. Diese Stadt lässt sich auch im Zuge des wirtschaftlichen Wachstums und der Industrialisierung nicht „glattbügeln“, verliert ihre Authentizität und Traditionen nicht komplett. Im Vorbeilaufen hört man buddhistische Mantra-Gesänge während Menschen an den viel befahrenen Straßenkreuzungen ihre Nudelsuppen schlürfen. Daneben kann man seinen Lavazza Kaffee (nach der Africafe-Instantpulver-Überdosis der letzten Wochen mussten wir einfach Cappuccino mit Milchschaum bestellen) im westlich angehauchten Ann’s Sweet Bakery genießen und sich anschließend über die Vielzahl an nicht identifizierbaren Gerichten in den Hinterhöfen Chinatowns wundern.

Chicken vendor Khaosan Road

T-Shirt vendor Khaosan Road

Massage Khaosan Road

Khaosan Road Bangkok 2

Khaosan Road Bangkok

Christmas Decoration Bangkok

Banglamphu Bangkok 2

Chinatown market Bangkok

Chinatown building Bangkok

Chinatown Bangkok

Ferry boat  Chao Phraya river

Wat Arun Bangkok

Rooftop Bar Moonbar at Vertigo Bangkok

Rooftop Bar Moonbar at Vertigo Bangkok 2

Vertigo Banyan Tree Hotel

Die Demonstrationen der Regierungsgegner halten an und wir hatten bereits in Afrika von den beunruhigenden Vorfällen erfahren. Doch wir konnten und wollten unsere Thailandreise nicht absagen. Zum einen mussten wir in Bangkok ein paar Dinge organisieren und Formalitäten erledigen wie Visa für Myanmar und Vietnam beantragen sowie Sachen einkaufen, die auf unserer Route nur schwer zu finden sind (man mag es nicht glauben aber das Projekt „Sonnencreme einkaufen“ blieb in Tansania erfolglos. Anscheinend verwenden die Tansanier entweder gar keine Sonnencreme oder nur Sunblocker ab Lichtschutzfaktor 60). Zum anderen ist Thailand ein 3-wöchiger Urlaub auf unserer Reise und ein kulinarischer Hochgenuss, den wir nicht verpassen wollten, während wir in Südostasien unterwegs sind. Von den politischen Vorfällen bekamen wir bisher in Bangkok nichts mit und hoffen, dass auch auf der Weiterreise alles ruhig bleibt.

Myanmar Embassy

Myanmar Embassy Bangkok

Eigentlich wollten wir die Länder, die wir bereisen, nicht miteinander vergleichen. Aber wir konnten nicht anders, denn Bangkok versetzte uns nach 2 ½ Monaten Madagaskar und Tansania ganz plötzlich in eine Art Luxusschock. Ich komme nicht daran vorbei zu realisieren, wie gut und effizient hier vieles funktioniert. Ich will damit nicht sagen, dass in Afrika nichts funktioniert. Vieles lief einwandfrei und eben einfach „anders“, aber der Unterschied zwischen Entwicklungs- und Schwellenland bezüglich Infrastruktur und bestimmter Reiseannehmlichkeiten ist nach unserem Sprung über den indischen Ozean schlichtweg spürbar.

Angefangen mit dem Kauf unseres Zugtickets am Bahnhof Hua Lamphong (Misson innerhalb von 3 Minuten erledigt; keine aufdringlichen Mittelmänner, die am Ärmel zogen; keine Preisverhandlungen), dem makellosen Zustand der Taxis (verschließbare Türen; keine piksenden Federn in den Sitzen), über erstklassiges Servicepersonal im Hotel und in der Gastro (wir mussten uns erst einmal wieder daran gewöhnen, dass uns unsere Teller während wir noch kauten nicht unter der Nase weggeschnappt werden) bis hin zu tadellos funktionierender Hoteleinrichtung („Wie? Das Fenster lässt sich richtig schließen und das Licht geht an?! Wow!“).

Kleine Abenteuer erleben wir aber auch hier: Keines der fünf Taxis, die wir an jenem Abend zu uns gewunken hatten, wollte uns zum Patpong Night Market mitnehmen. Es lag aber nicht daran, dass ich eine extreme Knoblauchwolke hinter mir herzog (ich hatte am Vortag den besten Papaya Salat aller Zeiten mit kiloweise Knoblauch gegessen), sondern daran, dass wir mit Taximeter statt mit einem überhöhten Fixpreis fahren wollten. Alle Taxifahrer schüttelten nur gelangweilt den Kopf und fuhren ohne ein Wort auf unsere Forderung von sich zu geben weiter. Wir wollten nicht länger Körbe einheimsen und stiegen in eines der vielen Tuk Tuks ein. Abends leeren sich die Straßen Bangkoks und die Tuk Tuk Fahrer mutieren zu den Sebastian Vettels Thailands. Während wir uns in allen Kurven an den metallenen Seitenstangen des „Rennwagens“ festhielten, jede Beschleunigung uns in den Polstersitz drückte, das Lichterkonzert der Stadt auf uns wirkte und der allgegenwärtige Kräuterduft der Straßenstände gemischt mit den Abgasen der vorbeiziehenden Autos uns um die Nase wehte, dachte ich: Das ist mein geliebtes Bangkok! 🙂

Bangkok Tuk Tuk

Tuk Tuk drive Bangkok

Lipstick Patpong Night market

Happy New Year Bangkok

Wer S kennt, weiss, dass zu ihren größten Leidenschaften Kochen und gutes Essen gehören. Man kann sich also vorstellen, welch große Tragödie es war, als sie mit Magen-Darm-Leiden in Bangkok ankam (ein letztes Souvenir aus Afrika) und sie mir einige Tage dabei zusehen musste, wie ich im kulinarischen Hochgenuss schwelgte (sehr zu empfehlen: gebratenes Hähnchen im Polo Fried Chicken und ein spicy Papaya Salad dazu oder May Kaidee’s vegetarische Thai-Köstlichkeiten).

May Kaidees Curry

Soi Polo Fried Chicken 2

Soi Polo Fried Chicken

An unserem letzten Abend stießen wir auf das „Rattanakosin Festival“ – eine Art Altstadtfest – mit etlichen Essensständen.  Gut, dass es S wieder besser ging. Sie hatte einiges nachzuholen… 😉

Crazy colorful food Bangkok

Eat tour Festival Bangkok

Eat tour Festival Bangkok 3

Rattanakosin Festival Bangkok

Eat tour Festival Bangkok 4

Eat tour Festival Bangkok 2

Festival Bangkok

Triumph vendor at Bangkok

 

 

8 Comments

 

  1. 31/12/2013  16:52 by Eva Reply

    Super geschrieben! Bei den Bildern werden bei mir auch wieder Erinnerungen und Sehnsucht nach Bangkok zugleich wach. Und das liegt nicht nur an dem köstlichen Essen im May Kaidee ;) Rutscht gut in ein gesundes und sicher spannendes 2014! Seid umarmt!

    • 01/01/2014  13:52 by V Reply

      Dankeschööön! :) Wünsche dir und deinen Liebsten alles Gute für's neue Jahr! <3

  2. 31/12/2013  17:20 by Martina + Volker Reply

    Eure Bilder und der Kommentar lassen uns in Erinnerungen schwelgen und wir sind richtig neidisch.
    Wir wünschen Euch alles erdenklich Gute im neuen Jahr und bleibt gesund.
    Martina + Volker

  3. 02/01/2014  15:40 by Antonella Reply

    Wie gerne hätte ich Euch in Thailand besucht. Imme rnoch ein Traumziel von mir. Die Fotos sind mal wieder ein Traum und mit den Zeilen lebt man richtig mit. Danke!

    • 07/01/2014  10:15 by V Reply

      Liebe Anto, ein großes Dankeschön für all deine Worte!! Du wirst Thailand ganz bestimmt besuchen und dann wirst du erleben, was alle Menschen, die dort hinreisen so begeistert. Du wirst deine ganz eigene Thailand-Geschichte haben und anderen davon erzählen... Darauf freue ich mich schon jetzt! :) ;-*

  4. 08/01/2014  16:27 by Jay Pee Reply

    Hi Ladies, I'm back!!! Just want you to know, I didn't miss one! Good to HEAR from you again V. We get to SEE you in action, true - and you do a fantastic job - but was great to get your views.

    Am waiting, full of excitement for the new mail. Great job Girls, keep it up.

  5. 08/01/2014  16:31 by Jay Pee Reply

    P.S. My favorite picture is that apartment house with the electric wires hanging from the pole.

    • 16/01/2014  11:32 by V Reply

      :D These appartment buildings in Bangkok Chinatown are indeed quite impressiv. Thank you for your feedback!

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