Die angekündigte Trockenzeit hält nicht, was sie verspricht. Innerhalb von Minuten ziehen hier im Madagassischen Hochland die dunklen Gewitterwolken auf und es schüttet aus Kübeln.

Rain Antsirabe

In strömendem Regen fetten Hagelkörnern sind wir in Antsirabe angekommen und wurden sofort wieder von 10 Männern umkreist, die uns alle in ihren Transportmitteln mitnehmen wollten. Hier gibt es vieles auf Rädern. Taxis, Tuk-Tuks, Rikschas. Doch am häufigsten rufen sie uns „Hey Pussy“ zu! – ??? WIE BITTE?! – Gut, dass wir uns im Vorfeld informiert hatten und sofort verstanden, dass die Männer nicht uns damit meinten, sondern ihre Pousse-Pousse (überdachte Pritschen auf Rädern, die von einem Mann – meist barfüßig – inkl. Passagier gezogen werden und „Puss-Puss“ ausgesprochen werden). Mir war diese Form des „sich Tragen lassens“ irgendwie zu fremd, zu dekadent und so habe ich mich gesträubt, mich mit samt Gepäck ziehen zu lassen. Wir haben uns also ein Taxi zu unserer Unterkunft genommen, was auch dem Regen geschuldet war. Nach Gesprächen mit Einheimischen und ein wenig Recherche fanden wir heraus, dass hiesige Hilfsprojekte den Männern die „Zieh-Rikschas“ zur Verfügung stellen, so dass sie sich ihren Lebensunterhalt auf ordentliche Art und Weise verdienen können. Ausserdem ist es für viele Einheimische eine bezahlbare und zudem umweltschonende Methode, von A nach B zu kommen. Es gibt derzeit ca. 3000 Pousse-Pousse in Antsirabe, man kann sich also vorstellen, wie diese Kleinstadt mit 200.000 Einwohnern von den bunten Fahrgestellen überflutet ist.

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Pousse pousse antsirabe

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Antsirabe ist für viele Reisende ein Startpunkt für geführte Touren in Richtung Westen. Auch, wenn die hartnäckigen Pousse-Pousse Männer nicht von einem ablassen, einem bis ins Café folgen und davor warten, bis man weiterzieht (und ja, das kann auf Dauer etwas stressen), fühlt sich diese Kleinstadt nach Antananarivo wie ein gemütlicher Kurort an.

Auch wir planen, von hier aus eine einwöchige geführte Tour inkl. River Trip, Tsingy Nationalpark (Nadelfelsen) und Baobab Avenue (Affenbrotbäume, die man aus „Der kleine Prinz“ kennt) und freuen uns, dass es bald in die Natur geht.

 

2 Comments

 

  1. 15/10/2013  12:21 by Antonella Reply

    Wird Zeit das es in die Natur geht. Ja ja! Das gönne ich Euch.

    • 25/10/2013  20:31 by V Reply

      Anto, das hätte dir auch gefallen! Da bin ich mir sicher!!!

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