Als wir vor ein paar Monaten unsere Flüge buchten, überlegten wir uns, den Stopover auf Mauritius zu verlängern, um uns zum Start etwas Schönes zu gönnen. Wir haben 3 Tage eingeplant. Welch gute Entscheidung! Ich kann nur jedem raten, das gleiche zu tun, wenn er Ähnliches vor hat. Nach all der Vorbereitungsarbeit wollten wir einfach nur entspannen. Die letzten Wochen waren stressig und gestresst wollten wir uns nicht in die mehrmonatige Reise stürzen. Wir hatten uns also nur eines vorgenommen. Nichts tun. Statt Sightseeing- und Aktivitäten-Programm nur Strand, Sonne und Meer. Wir hatten uns bewusst für ein Guest House im Südosten der Insel (zwischen Blue Bay und Pointe D’Esny) in der Nähe des Flughafens entschieden, um nach dem 2×6 Stundenflug inkl. 3 Stunden Wartezeit in Dubai nicht noch eine Stunde mit dem Taxi quer über das Land zum touristischeren Teil von Mauritius fahren zu müssen. Angekommen in unserer Unterkunft (das Blue Beryl) wussten wir schnell, dass die Wahl, uns in dieser Ecke der Insel niederzulassen, eine gute war.

Blue Beryl Mauritius

Denn Blue Bay und Pointe D’Esny haben nicht viel mehr als türkisblaues Wasser, strahlend weiße Strände, blumenverzierte Straßen und Villen in jeglicher Couleur zu bieten. Es ist ruhig hier, fast schon wie ausgestorben. Genau, was wir brauchten. Unser Zimmer liegt ca. 20 m vom Meer entfernt. Der Wind hier in der Ecke ist so stark, dass die Fönfrisur nach 5 Min. perfekt sitzt, die brechenden Wellen scheinen lauter zu sein, als wir es von anderen Küsten kennen und die über uns hinweg fliegenden Flugzeuge (Einflugschneise!)  sind die einzigen Lärmquellen, die den Geräuschpegel in die Höhe treiben.

Slow in Blue Bay Mauritius

Beach two steps away from room

Bus stop Mauritius

Entspannung pur also. Doch eines mussten wir neben dem Nichtstun dann doch unternehmen. Mit einem Roller über die Inselstraßen düsen. Das ist ein Muss.

Hassen, unser Taxifahrer, der uns auf der Fahrt vom Flughafen zum Guest House schon einige Geschichten über Land und Leute erzählt hatte, fing sofort an zu telefonieren, als wir ihn nach einem Rollerverleih fragten. Klar, hier kennt jeder jemanden der etwas organisieren kann. Er brachte uns nach Mahébourg, die nächst größere Stadt und da stand unser Prachtstück zur Abholung bereit. Wir fuhren und fuhren, entdeckten Märkte, probierten Essen, das wir nicht kannten und fuhren weiter, immer der Nase nach… die Küstenstraße an Fischerdörfchen und kleinen Buchten vorbei…

On the way Mauritius

South East coastal road Mauritius

Market Mahebourg Mauritius

Ice Man Mahebourg

On the way Mauritius #2

…bis wir merkten, dass Tankstellen auf dieser Strecke rar waren. Die Tanknadel senkte sich immer weiter herab und wir dachten uns: „Ups, was tun? Weiter fahren oder wieder zurück nach Mahébourg?“ Naja, fragen hilft immer. Irgendwo zwischen Mahébourg und Bel Air fanden wir eine kleine Bude, vor der ein Mann saß. „Essence? (Benzin?)“ Schnell versammelten sich 4 Männer und geschätzte 5 Kinder um uns. Man sagte uns, dass die nächste Tankstelle noch ein gutes Stück entfernt lag. Wir wollten nicht auf halber Strecke stehen bleiben. Wir 11 überlegten also gemeinsam, was wir am besten tun sollten. Einer der Männer fing an zu telefonieren. Klar, dass er jemanden kannte. Er machte eine rasche Handbewegung und erklärte uns, wir sollten warten. Ein weiterer Mann kam auf einem Fahrrad angefahren und fragte, ob ein Liter reichen würde. Besser als nichts, antworteten wir. Dann fuhr er schnell wieder weg. Wir sollten weiter warten. In der Zwischenzeit kam der nächste Mann um die Ecke und meinte, er hätte noch eine Gallone zu Hause. Na das sollte nun reichen. Ein Trichter war auch schnell aus der leeren am Straßenrand liegenden Cola Flasche gebastelt und so erfreuten wir uns an der steigenden Tanknadel.

„Wir Mauritianer sind nett und arbeiten zusammen!“ erklärte er und grinste uns mit einem breiten Lächeln an.

Finding gas Mauritius

Finding gas Mauritius #2

Finding gas Mauritius #3

Finding gas Mauritius #4

 

1 Comment

 

  1. 08/10/2013  20:00 by M aus M Reply

    I can only guess what would have happened if two men would have had the same "problem", haha. Well done and again: one problem solved. Keep on traveling, you'll be blessed.

Leave a reply

 

Your email address will not be published.