Malaysia ist das letzte Land auf unserer 9-monatigen Reise und wir wollen zum Ende nur noch eins: Entspannten Urlaub und lassen deshalb das großstädtische Treiben Kuala Lumpurs schnell hinter uns. Schon auf dem Weg merken wir wie einfach das Reisen im Vergleich zu unseren bisherigen Ländern hier ist: wirklich jeder spricht Englisch, der Zustand der Strassen ist einwandfrei und selbst die Langstreckenbusse sind so schick, wie bisher noch keines unserer lokalen Transportmittel. Wir fahren nach Georgetown auf der Insel Penang. Dieses kleine Städtchen ist voll von bunten Kolonialhäusern im britisch-indischen Stil und ist seit ein paar Jahren Unesco-Weltkulturerbe. Wir wandern von einer engen Straße in die nächste und können an dem Gewürzgeruch, der Vielzahl an Henna-Tattoobildern und der lauten Bollywood-Musik, die aus den Raubkopieläden dröhnt sofort erkennen, dass wir im Indischen Viertel gelandet sind. Zehn Minuten später stehen wir vor einer Masse an unlesbaren Schildern, die chinesische Schriftzeichen zeigen, bewundern die reich verzierten chinesischen Tempel während im Hintergrund der Muezzin zum Gebet ruft.

Georgetown house

Georgetwon houses and streets

Little India Georgetown Penang

Georgetwon houses and streets Malaysia

Chinese temple Georgetown Malaysia

Chinese temple Georgetown Malaysia

Chinese temple Georgetown Malaysia

Kek Lok Si Pagoda Penang

Georgetown hat aber noch mehr zu bieten. Hier begegnen wir verstreut über die Stadt Streetart, die clever in das Stadtbild integriert ist. Meistens können wir schon von weitem sehen, wenn wir wieder fündig geworden sind. Denn auch asiatische Touristenhorden machen sich auf die Suche und reihen sich in Warteschlangen ein, um mit der Straßenkunst abgelichtet werden zu können. Nach zwei Tagen bin ich dann auch so weit und möchte S dazu überreden doch auch vor der Wand zu posieren, aber sie will partout nicht.

Streetart Georgetown Malaysia

Streetart Georgetown Malaysia

Streetart Georgetown Malaysia

Streetart Georgetown Malaysia

Streetart Georgetown Malaysia

Streetart Georgetown Malaysia

Streetart Georgetown Malaysia

Streetart Georgetown Malaysia

Streetart Georgetown Malaysia

04 Selfies Georgetown

Streetart Georgetown Malaysia

Neben farbenfrohen Kunsthandwerk- und Klamottenläden schmücken bunte Haustüren die schmalen Straßen. Die dahinter liegenden gemütlich-kreativ eingerichteten Cafés, die mich an die Gastroszene in Berlin erinnern, werden unsere kleinen Oasen, wenn die Mittagssonne brennt. Abends tummeln wir uns auf Essensmärkten, auf denen mobile Garküchen und Straßenstände Asam Laksa, Mee Goreng, Sate und weitere nationale Köstlichkeiten servieren.

Georgetwon houses and streets Malaysia

Food market Georgetown Malaysia

Asam laksa Food market Georgetown Malaysia

In dem malaysischen Restaurant in der Nähe unseres Hotels werden wir Stammkunden. Nach so vielen Monaten des fortlaufenden Ortswechsels merken wir immer mehr, wie wichtig uns unsere kleinen Rituale und liebgewonnenen Routinen sind. Jeden Morgen bestellen wir das gleiche: Roti Canai und Kopi Tarik. An manchen Tagen können wir auch abends nicht umhin, nehmen in unserem Lieblingsrestaurant auf der Terrasse Platz, genießen unseren Teh Tarik und schauen uns das nächtliche Straßentreiben an. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite parken die Rikschafahrer ihre liebevoll geschmückten Räder, warten auf Kundschaft oder machen es sich selbst in ihren gepolsterten Doppelsitzen gemütlich.

Jaya malay restaurant Georgetown

Malay roti

Trishaws Georgetown Malaysia

Trishaws Georgetown Malaysia

Trishaws Georgetown Malaysia

Trishaws Georgetown Malaysia

Am dritten Tag in Georgetown sind wir wehleidig, denn unsere Beine schmerzen vom vielen herum laufen und Streetartsuchen. Also muss ein Roller her, mit dem wir die Insel erkunden. Wir fahren und fahren und realisieren erst jetzt, dass dieses „Städtchen“ größer ist, als wir dachten. Es dauert zwar etwas, bis wir den dichten Verkehr hinter uns lassen, aber nach einer halben Stunde atmen wir auf und cruisen eine schmale Küstenstraße entlang. Kurze Zeit später durchfahren wir einen dichten Urwald und merken, dass uns ständig dieselbe Duftwolke um die Nase zieht. Durian! Wir erinnern uns daran, vom Penang Durian-Festival gelesen zu haben. In fast jeder Kurve der Serpentinenstraße sind Holzstände aufgebaut. Auf den provisorisch zusammen gebauten Tischen liegen Berge von Durian. Andere Straßenlokale hängen duzende verschiedener Sorten an einer Schnur fein säuberlich nebeneinander auf und präsentieren ihre Stücke wie kostbare Schätze. Reisebusse voller Touristen parken vor den kleinen Ständen, die sogenanntes „Durian tasting“ anbieten. Diese Frucht scheint eine extreme Anziehungskraft zu haben. Die Leute warten in meterlangen Reihen, um davon zu probieren und die Sorte ihrer Wahl einzupacken. Da wir auf unserer Reise bereits zweimal davon gekostet haben (und ja, uns hat die Stinkfrucht eigentlich ganz gut geschmeckt, insbesondere mit Vanillesoße) brauchen wir uns nicht mehr anzustellen. Wir lassen die Stände also hinter uns doch der Geruch verfolgt uns weiter. Die komplette Insel ist ein Durianfeld. Links und rechts von der Straße biegen sich die vollbehangenen Äste. Über unseren Köpfen unter den Baumkronen sind Netze aufgespannt, um die herabfallenden Früchte aufzufangen.

Durian festival Penang

Durian festival Penang

Durian festival Penang

Durian festival Penang

Durian festival Penang

Durian Penang

Der Auftakt in unseren „Urlaub“ fühlt sich mit Penang genau richtig an. Nach vier Tagen in Georgetown, sind uns die Insel, dieses Städtchen, ihre Menschen und unsere Rituale immer noch nicht langweilig geworden und wir sind total entspannt! 🙂

 

1 Comment

 

  1. 25/06/2014  19:01 by Antonella Reply

    Oh nein!!!! Durian überall. Wenn ich nur an diesen Moment denke als ich es probieren "musste" wird mich schon wieder ganz übel. ;). Schön, dass es jetzt in die Relax-Etappe übergeht. 8, 12, 17, 29.

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