Für die Fahrt vom Süden in den Norden Thailands brauchten wir insgesamt etwa 30 Stunden und fünf Verkehrsmittel: Per Minibus von Khao Sok nach Surathani, erster Nachtzug von Surat Thani nach Bangkok, zweiter Nachtzug von Bangkok nach Chiang Mai, Pickup vom Bahnhof zum Busterminal, lokaler Bus von Chan Mai nach Pai.

Als es kühler wurde, wussten wir, dass Pai nicht mehr weit war. Der Weg führte uns über Serpentinenstraßen in die bergige Provinz Mae Hong Son. Wir kamen am frühen Abend an, als das bunte Treiben mit all den Garküchen und Verkaufsständen auf der Chaisongkhram (die sogenannte „Walking Street“) schon begonnen hatte. Mein erster Eindruck war: „Oh, Khao San Road in klein!“ Doch der Schein trügt, denn dieses kleine Städtchen, das gerade mal 2.500 Einwohner zählt, ist zwar recht touristisch, das scheint dann aber auch schon die einzige Gemeinsamkeit mit der berühmtesten Straße Thailands zu sein. Hier fühlt sich’s entspannter an: es gibt keine überdimensionierten Schilder, auf denen „Beer Buckets“ zum Minimalpreis oder „Full Moon Party Packages“ offeriert werden. Auch die zahlreichen Raubkopien von Musik-CDs, DVDs und der Ramsch an Elektronikware fehlen. Stattdessen reihen sich kleine Cafés an den schmalen Straßen entlang, eins gemütlicher als das andere, allesamt farbenfroh verziert und liebevoll mit kleinen Details dekoriert. In den Souvenirshops wird Selbstgebasteltes wie bemalte Lesezeichen, individuell beklebte Notizbücher oder Wollmützen in Tierform (die gibts hier haufenweise und insbesondere asiatische Touristen scheinen die Dinger zu lieben) verkauft. Die Postkarten sehen hier irgendwie origineller aus. Statt Paradiesstrände und Sonnenuntergänge wird Pai aus allen möglichen Perspektiven im Lomo-Stil oder Schwarz-Weiss-verschwommen gezeigt. Jeden Abend spielen Live Bands in den coolen Bars oder wer mag, kann auch selbst an einem „Open Mic“-Abend sein Talent zeigen. Statt Party Touristen treffen sich hier eher Künstler und Musiker. Auch die Sorte Rasta-Alternativ-Hippie-Traveller sieht man hier recht häufig. Und wir fragen uns, wie lange man hier bleiben muss, um „angesteckt“ zu werden und seine Trekkinghose gegen eine Batikhose eintauscht. Obwohl es uns hier so gut gefällt, dass wir uns vorstellen könnten, ein paar Wochen hängen zu bleiben, reisen wir rechtzeitig wieder ab. 😉

Pai Walking Street

Pai Walking Street

Pai Walking Street

All about coffee Pai

Colourful Pai 3

Colourful Pai 4

Handmade Pai

Colourful Pai 5

Postcards Pai

Jazz Bar Pai

Alternative Pai

Animal Woolies Pai

Animal Woolies Pai2

Noch eine kleine Besonderheit dieses Ortes ist, dass sich hier die asiatische mit der westlichen Reiseszene mischt. Zwei thailändische Liebesfilme, die in Pai spielen, begründen angeblich den Ansturm an thailändischen Touristen seit ein paar Jahren. Auch Reisende aus anderen asiatischen Ländern gibt es hier an jeder Ecke. Zuvor hatten anscheinend nur wenige Backpacker diese Urlaubsoase für sich entdeckt.

An einem Tag liehen wir uns einen Roller und erkundeten die hübsche Umgebung. Es gibt hier einige Naturschönheiten zu entdecken: Rauschende Wasserfälle, dichtbewachsene Berge, heisse Quellen, in denen man bei bis zu 37 Grad baden und sich wunderbar entspannen (oder sein mitgebrachtes Ei an der heißesten Stelle kochen) kann. Und wer Lust auf Entertainment hat, sollte das chinesische Disney World nicht verpassen. Mitten in den thailändischen Bergen stießen wir auf ein chinesisches Dorf, das mit Attraktionen wie einem handbetriebenen Riesenrad (naja, 4 Leute passen drauf) sowie Pferdereiten wirbt und eine Horde an asiatischen Touristen anzieht.

Scooter

Hot Springs Pai

Hot Springs Pai

Hot Springs Pai 3

Hot Springs Pai 4

Chinese Village Pai

Chinese Village Pai

Wer Pai tagsüber in der Höhensonne kennengelernt hat, wird seine Softshell-Jacke sehr wahrscheinlich zu Hause lassen. Ein Fehler wie wir festgestellt haben. Pai überrascht nach Sonnenuntergang mit einer unerwarteten Kälte und man tut gut daran, sich eine zweite Daunendecke für die frostige Nacht bringen zu lassen.

Bereits in Bangkok hatten S und ich uns überlegt, während wir in Thailand sind an einem Thai-Kochkurs teilzunehmen. Pai hat einige Kochschulen und wir entschieden uns für „Savoei Cooking Classes & Restaurant“. Nach 3 Monaten konnten wir also endlich wieder Hand anlegen und selber kochen. Zu acht plus Kursleiterin schlenderten wir zu Beginn über den lokalen Markt und bekamen die Grundzutaten der thailändischen Küche gezeigt. Später standen wir alle im Garten hinter dem Restaurant und lernten, wie man unter anderem Thai-Suppen, gebratene Nudeln und Papaya Salat zubereitet. Nachdem wir in Tanzania schon erfahren haben, dass man mindestens einen Bananenbaum besitzen muss um heiraten zu können, haben wir hier gelernt, dass man sich laut thailändischer Regel erst dann trauen lassen kann, wenn man in der Lage ist ein Curry selbst zu machen. Wir hatten super viel Spaß und genossen unser Selbstgekochtes… bis zum dritten Gericht. Denn das vierte stand noch bevor und wir wussten beim besten Willen nicht, wo wir noch Platz für den Nachtisch finden sollten.

Cooking Class Pai

Cooking Class Pai

Thai Cooking Class2

Thai Papaya Salad and Spring Rolls

Thai Cooking Class4

Green and yellow Curries

Mein persönliches kleines Highlight in Pai war eine Begegnung in einer Wäscherei, in der wir unsere Klamotten zum Reinigen abgeben wollten. Ich entdeckte das Zeichen meiner buddhistischen Gemeinschaft und fragte die Frau, die uns unsere Wäschesäcke abnahm, ob sie Mitglied sei. Sie strahlte übers ganze Gesicht und lud mich sofort ein, am selben Abend zu einem Treffen zu kommen. Ohne zu zögern sagte ich sofort zu und fand mich ein paar Stunden später in einem Raum hinter den Waschmaschinen mit zehn Thai-Frauen wieder. Ein Erlebnis, das ich sicherlich nie vergessen werde.

Um Pai wieder zu verlassen, mussten wir unglücklicherweise den gleichen kurvenreichen Weg, den wir gekommen waren, auch wieder zurück fahren. Dieses Mal nahmen wir den schnelleren Minivan. Wir sind uns immer noch nicht sicher, ob unser Fahrer lebensmüde war oder er es einfach nur eilig hatte…. Als wir an einem Rastplatz Pause machten, entdeckte ich ein Schild, das für mich bestimmt zu sein schien. 😕

Sign dont throw up

 

5 Comments

 

  1. 17/01/2014  22:26 by Jay Pee Reply

    Schön geschrieben, tolle bilder!

  2. 20/01/2014  15:12 by Antonella Reply

    NMRK. Unglaublich!

    • 26/01/2014  08:51 by V Reply

      :D Du hättest dabei sein sollen...!

  3. 24/01/2014  16:59 by Loura Reply

    Wow, great pictures. Looking forward to the Birmese ones!

    • 26/01/2014  08:56 by V Reply

      Thank you!! Hope to get them uploaded soon. Have fun at the beach! :)

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