Nach Jakarta ging es mit dem Zug nach Bandung, wo wir für ein paar Tage einen Indonesischen Freund von S besuchten. Diese Stadt gilt als Shopping -Mekka unter den Indonesiern, die am Wochenende aus allen Himmelsrichtungen angefahren kommen, um ihr Geld in den unzähligen Marken-Outlets zu verprassen. Gut, dass S’s Freund kein Shoppingfan sondern ein echter „Foodie“ wie S ist. So hat er uns vorbei an all den glitzernden Einkaufszentren in die besten Restaurants und einheimischen Lokale der Stadt geführt.

Meeting a friend in Bandung

Bandung visiting a friend

Bandung hat aber noch mehr zu bieten als Einkaufsmöglichkeiten und gutes Essen. Ein paar Kilometer außerhalb der Stadt hat Javas Natur einiges zu bieten (schon die Aussicht aus dem Zug auf dem Weg dorthin mit den üppig bewachsenen Reisfeldern und Regenwäldern war faszinierend). Wir organisierten uns einen Fahrer, denn mit öffentlichen Verkehrsmittel kommt man nur dann an sein Ziel, wenn man bereit ist dreimal umzusteigen und für die Strecke von 60 km fünf Stunden einzuplanen.

Wir entschieden uns gegen den Besuch des „White Craters“ (indonesisch Kawah Putih), ein von Touristen überlaufener Vulkankratersee und stattdessen für eine Wanderung  zu den Kawah Cibuni Hot Springs, die in der Region Rancabali liegen und von weiten Teeplantagen umgeben sind. Als wir uns nach zwei Stunden (und heftigen Staus rund um Bandung) unserem Ziel näherten wurde es immer dunkler und die schwarzen Regenwolken sahen beängstigend aus. In Rancabali angekommen, schüttete es bereits wie aus Kübeln. Da im Moment noch Regenzeit und das Wetter unbeständig ist, hofften wir, dass sich die Wolken nach kurzer Zeit wieder verziehen würden (an „Es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung“ hatten wir nicht gedacht und unsere Regenjacken zuhause gelassen 😕 ). In der Zwischenzeit wollten wir etwas essen und fanden eine kleine Bretterbude, an der ein Schild hing: „Nasi Goreng“. Das verstanden wir und wussten, hier sind wir richtig. Wir saßen zwischen von der Decke hängenden Instantkaffee- und Krabbenchipspackungen auf einer Holzbank und genossen unseren gebratenen Reis und heissen Kopi Tubruk (indonesischer Kaffee, in dem der Kaffeesatz mitschwimmt). Dabei drückten wir die Daumen und wünschten uns, dass der Regen bald nachlassen würde.

Rancabali village

Rancabali Bandung 2

Nach einer dreiviertel Stunde plätscherte es immer noch und wir waren kurz davor, wieder zurück nach Bandung zu fahren, ohne die heißen Quellen besucht und in den Teeplantagen gewandert zu sein. In dem Moment sprach uns jedoch eine Frau in gebrochenem Deutsch an, die kurz zuvor die Bretterbude betreten hatte. Sie habe vor ein paar Jahren drei Monate in Eimsbüttel bei Hamburg gewohnt und könne daher noch ein paar Brocken Deutsch sprechen. Wir waren überrascht, wie gut wir uns mit ihr unterhalten konnten. Wir erzählten ihr von unseren Plänen, die Hot Springs zu besuchen und dass wir uns nicht mehr sicher seien, ob das bei dem Regen noch Sinn machen würde. Nach einem kurzen Blick hinaus meinte sie, wir sollten es trotzdem versuchen, denn der Regen könne bald aufhören und wir seien doch extra den langen Weg aus Bandung gekommen. Wir waren unentschlossen und wussten nicht, ob wir es riskieren sollten, denn wir wollten nicht vom nächsten Wolkenbruch überrascht werden und klitschnass zwei Stunden in einem klimaanlagenunterkühlten Wagen zurückfahren müssen. Wir überlegten hin und her, wogen Für und Wider ab, zermarterten uns die Köpfe und kamen zu keiner Entscheidung. Also warfen wir eine Münze. Zahl lag oben auf und das bedeutete: Auf zu den Hot Springs! Daher zogen wir doch noch los und fuhren an die Stelle, wo der steinige Wanderweg durch die Teeplantagen begann. Wir waren überwältigt von der spektakulären Landschaft. Die leuchtend grünen Teefelder legten sich wie eine dicke Decke über die sanften Hügel und die malerischen Plantagen schienen endlos zu sein. Die Hot Springs begeisterten uns nicht weniger. Dort angekommen waren wir die einzigen Touristen unter den Einheimischen, die großen Spaß daran hatten, sich im heißen nach Schwefel riechenden Wasser zu baden. Umgeben von dichtem Nebel zwischen kargen Felsen hatte das Schauspiel etwas Surreales an sich.

Tea plantations Rancabali

Trekking to Kawah Cibuni Hot Springs

Tea plantations Rancabali

Trekking to Kawah Cibuni hot springs

Wir näherten uns einer neugierigen Gruppe von Männern und Frauen. Sie halfen uns über die rutschigen Felsen und freuten sich über unseren Besuch. Da es uns zu kalt war, wir nicht unter den halbnackten Männern plantschen und zu viel Aufsehen erregen wollten, spazierten wir lediglich zwischen den heissen Quellen umher. Als wir uns auf den Rückweg machten, hörten wir die Rufe der Männer „I love youuuu!“ hinter uns und ihr Lachen wurde immer leiser bis der Nebel alles umhüllte.

Kawah Cibuni hot springs

Kawah Cibuni hot springs people bathing

Kawah Cibuni hot springs people bathing

Trekking to Kawah Cibuni hot springs 6

Trekking to Kawah Cibuni hot springs 7

 

1 Comment

 

  1. 03/04/2014  22:39 by Jay Pee Reply

    Beautiful!

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