Auf dem Weg zurück nach Kuala Lumpur machten wir Halt in den Cameron Highlands. Die Einheimischen genießen das dortige „milde Klima“ und ziehen gerne in die höheren Gebiete, um der Hitze zu entkommen. Als wir uns am Nachmittag unserem Ziel näherten, schauderte es uns beim Blick aus dem Bus. Pünktlich ab 14 Uhr würde es hier jeden Tag wie aus Kübeln schütten, erklärte uns der Taxifahrer als wir in Tanah Rata ankamen. Wir nutzten also die Vormittage, entschieden uns gegen eine der zahlreichen organisierten Tourangebote, die den Besuch der Teeplantagen, Schmetterlingsfarm, Erdbeerfelder und was es sonst noch so in der Gegend zu sehen gibt in 5 Stunden packen. Stattdessen organisierten wir uns nochmals einen Roller und genossen die herrliche Landschaft voller sattgrüner Teeplantagen auf eigene Faust. Die Gegend ist recht vielseitig, aber auch sehr touristisch. Trotz der nachmittäglichen Regengüsse haben wir Tanah Rata und seine kleine Hauptstraße mit den offenen Restaurants und Bars sehr genossen. Das nasskalte Schietwetter hatte aber auch etwas Gutes. Hotpot ist bei dieser Kälte das beste Mittel, um sich aufzuwärmen und so haben wir unsere China-Tradition einfach weitergeführt. Nach zwei Tagen brachen wir dann frühzeitig Richtung malaysischer Hauptstadt auf, um der Kälte und dem Regen zu entfliehen.

Cameron Highlands Malaysia

Cameron Highlands Malaysia

Cameron Highlands Malaysia

Cameron Highlands Malaysia

Cameron Highlands5

Cameron Highlands Malaysia

Tanah Rata Cameron Highlands Malaysia

Ich hatte Kuala Lumpur zuvor nie auf dem Schirm und dachte, wir würden eine entwickelte südostasiatische Industriestadt ohne besonderen Charme vorfinden. Weit gefehlt! Zwei Tage waren ausreichend, um mich vom Gegenteil zu überzeugen.

Wir kamen in einem niedlichen kleinen Guesthouse im Backpacker Viertel Bukit Bintang (auch Golden Triangle genannt) unter. Obwohl wir frühmorgens hatten aufstehen müssen, um unseren Bus nach Kuala Lumpur zu erwischen und eine 9-stündige Fahrt hinter uns hatten, zog es uns sofort raus in diese lebendige Umgebung mit den vielen Nasi Kandar Läden, den typisch indisch-malaysischen Restaurants und kleinen Cafés. Die meisten Lokale sind offen und wir kosteten die warmen Nächte und die hohe Luftfeuchtigkeit aus und genossen die Brisen unter den Deckenventilatoren.

„Malaien essen nur einmal am Tag“, erzählte uns eine Einheimische. „Sie beginnen sobald sie aufstehen und hören auf, wenn sie zu Bett gehen“ fügte sie noch hinzu. Auch uns fiel sofort auf was für eine unglaublich große Rolle Essen in Malaysia spielt. Zu jeder Tages- und Nachtzeit findet man Leute, die die Mischung aus chinesischer, indischer und malaysischer Kochkunst genießen. Man braucht nicht weit zu laufen und findet eines der Vierundzwanzigstunden-Malay-Restaurants, die auch noch mitten in der Nacht gut besucht sind. In der Nähe von Bukit Bintang findet man die große Fressmeile Jalan Alor, wo sich ein Restaurant an das nächste reiht. Auch uns hat der Hunger zu später Stunde dorthin verschlagen. Es war ca. 22:30 Uhr und wir waren baff, wie viele speisende Menschen wir dort noch vorfanden.

Budesha Restaurant Kuala Lumpur

Jalan Alor Food Street Kuala Lumpur

Jalan Alor Food Street Kuala Lumpur

Jalan Alor Food Street Kuala Lumpur

Jalan Alor Food Street Kuala Lumpur

Manche Ecken der Stadt erinnerten mich an Georgetown. Auch hier findet man zwischen den Hochhäusern noch hübsche, bunte Kolonialbauten im englisch-indischen Stil, die hoffentlich nicht alle dem Großprojekt „Wawasan 2020“ weichen müssen (auf deutsch „Vision 2020“, ein Langzeitbauprojekt, mit dem der Status eines vollentwickelten Industriestaates angestrebt wird). Spätestens hier haben wir unsere goldene Regel, auf der Reise nichts zu kaufen, über den Haufen geworfen und uns im geschäftigen Chinatown der Shoppinglust komplett hingegeben.

Kuala Lumpur Old Court

Trotz ihrer Größe wirkt KL, wie die Einheimischen Kuala Lumpur nennen, recht überschaubar und entspannt und ist gut zu Fuß zu erkunden. In Little India waren wir überrascht, wie fein herausgeputzt das Viertel ist. Später erfuhren wir, dass die ehemals schmuddelige Gegend erst vor kurzem zum angekündigten Besuch des Indischen Premierministers neu aufgebaut wurde.

Little India Kuala Lumpur

An unserem zweiten Abend in Kuala Lumpur trafen wir meinen Ex-Kollegen Stefan, der zufällig zur gleichen Zeit beruflich in der Stadt war, auf einen Drink. Wir verabredeten uns in der Skybar im Traders Hotel, wo wir viel Spaß zusammen hatten. Zu unserer Überraschung war Ladies-Night. Getränke zum halben Preis kennt man bei uns ja auch, aber hier bekommen Frauen Margaritas völlig umsonst beschert. Da haben wir uns natürlich nicht lumpen lassen. 🙂

Skybar Traders Hotel

Eine halbtägige Food-Walking-Tour an unserem letzten Tag war der perfekte Abschluss für Malaysia. Wir haben nicht nur viel gegessen und über die diversen Küchen des Landes gelernt sondern auch verschiedene Viertel gesehen und Hintergründe der Stadt erfahren. Wir hatten eine tolle Zeit mit Gabi, unserem Food-Guide, die für ihr Leben gerne schlemmt und uns voller Leidenschaft alles erklärte, was ihr über Essen in den Sinn kam.

05 Food Walking Tour Kuala Lumpur8

Little India Kuala Lumpur

Food Little India Kuala Lumpur

05 Food Walking Tour Kuala Lumpur

Food Walking Tour Kuala Lumpur

05 Food Walking Tour Kuala Lumpur3

Food Walking Tour Kuala Lumpur

Food Walking Tour Kuala Lumpur

05 Food Walking Tour Kuala Lumpur5

Obwohl wir am nächsten Tag zu einer schmerzlich frühen Stunde zum Flughafen aufbrechen mussten, wollten wir uns das Deutschland-USA WM-Spiel um Mitternacht nicht entgehen lassen. S hatte am Tag zuvor nach 2-wöchiger Suche endlich ein Deutschland-Trikot gefunden und war bereit zum Anfeuern. Aber wir schienen die einzigen zu sein, die ernsthaft interessiert waren. Die Bars in Bukit Bintag waren zwar gut besucht, zur WM geschmückt und fast überall waren Leinwände aufgestellt, aber nur wenige Leute schenkten dem Ganzen ihre Aufmerksamkeit. Die meisten kamen wohl, um die Happy-Hour auszunutzen. Und in KL macht dich „Happy Hour“ wirklich noch glücklich. Für Frauen gab es wieder mal Drinks „for free“. Wir lieben diese Stadt und Deutschland hat gewonnen. Besser geht’s nicht! 😀

Bukit Bintang Bars

07 Bukit Bintang Bars Street2

Leichte Melancholie überfiel uns auf dem Weg zurück ins Hotel. An unexpected journey neigt sich dem Ende zu und wir können kaum fassen, dass unsere Afrasia-Reise fast rum ist. Aber noch genießen wir das „Jetzt“ und es liegen noch ein paar Tage in Hongkong und Dubai vor uns. Mit Dankbarkeit blicken S und ich zurück auf fast 9 Monate voller faszinierender Abenteuer, intensiver Momente und bewegender Begegnungen. Mit Aussicht auf drei Stunden Schlaf fielen wir glücklich und zufrieden ins Bett.

 

1 Comment

 

  1. 01/07/2014  18:34 by Jay Pee Reply

    Whoopie!!!

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