Die Untermietersuche  – eine unter vielen anderen Vorbereitungs-Todo’s – kam mir vor, wie ein ewig andauerndes Sisyphus Projekt. „Ihr werdet keine Probleme haben, jemanden in München zu finden. Nicht in der Stadt mit den überhöhten Mieten und den vielen „Zuagroasten“, meinten unsere Freunde. Stimmt! „Interessenten“ gibt‘s genug. Aber an der Zuverlässigkeit fehlt’s. „Kann man sich denn auf keinen mehr verlassen!“, rufe ich S zu, als schon wieder einer einfach nicht auftaucht (natürlich ohne abzusagen). Dabei haben wir die Wohnung immer so hübsch für unsere Besucher geputzt und hergerichtet. Wir hetzten abends nach der Arbeit immer wieder nach Hause, um die Wohnung wieder auf Hochglanz zu polieren (z. B. nachdem wir am Vorabend Fische fürs Abendessen geschuppt hatten – ich gebe zu, S hat gekocht und gerackert und die Schüppchen überall in der Küche umherflogen – Chaos!)

Ende Juli haben wir mit der Suche begonnen. Die Anzeige war auf 5 Portalen geschaltet (wobei irgendwie nur über wg-gesucht.de Anfragen kamen). Bis Ende August erhielten wir ca. 20 Anfragen per Email, empfingen ca. 12 Besucher, 7 davon haben aktiv abgesagt, der Rest hat nach der Besichtigung nichts mehr von sich hören lassen.

Natürlich haben wir uns in der Zwischenzeit auch überlegt, eine Agentur (in diesem Fall Mr. Lodge) einzuschalten, die uns die Vermittlungsarbeit abgenommen hätte.

Was spricht für eine solche Agentur:

  • Weniger Risiko (falls der Untermieter vorzeitig abspringt, regelt die Agentur die vertraglichen Formalitäten und treibt die restliche Miete ein)
  • Erfolgswahrscheinlichkeit bei höheren Mieten (zu den Kunden zählen meistens Expatriates, die die Miete von ihren Firmen gezahlt bekommen)

Was spricht dagegen:

  • Ggf. muss man sich auf Mäkeleien an der Wohnung einstellen („Da müssen Sie aber noch drüber streichen“ oder „Dies und das sollten Sie noch verändern, unsere Kunden möchten sich wie im Hotel fühlen.” Hallo?! Warum nisten die sich denn dann nicht im Hotel ein!)
  • Mehr Vorbereitungsaufwand (bevor die Wohnung online geht, werden professionelle Fotos gemacht. D. h. alle privaten Sachen müssen beim Fototermin schon ausgeräumt sein, auch wenn man noch mehrere Wochen dort wohnen möchte)
  • Exklusivität (wenn die Vermittlung über Mr. Lodge geht, darf die Anzeige nirgendwo sonst geschaltet sein)

Wir haben uns für die Variante „Selber machen“ entschieden. Zum einen, weil wir während der Arbeit keine Zeit und Muße hatten, unsere Wohnung für den Vermittler komplett umzukrempeln und “hotellike” zu machen. Zum anderen wollten wir in den letzten Wochen in unserem Heimathafen nicht in einer halbleeren Wohnung hausen.

Mission Impossible „Untermieter finden“ war eine gute Vorübung für die Reise. Selbst als wir glaubten, endlich einen geeigneten Kandidaten gefunden zu haben und dieser nach Handschlag nichts mehr von sich hören ließ, haben wir uns nicht entmutigen lassen und fingen mit der Suche wieder von vorne an. Wahrscheinlich werden wir während unserer Reise über unsere Ungeduld lachen, weil wir ganz andere Hürden zu meistern haben werden.

Nach 5 Wochen Suche (hört sich nicht lange an, war aber zwischendurch doch recht nervenaufreibend) haben wir unseren Untermieter gefunden. Mission accomplished! 🙂

 

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